7. Oktober 2007

Gewohnheiten

Eigentlich hatte ich mir ganz fest vorgenommen mich jetzt gleich vor den Fernseher zu begeben und das Programm zu suchen um zu sehen ob heute etwas anständiges im Flitterkasten läuft. Nun kann ich mich aber nicht wirklich wegbewegen von diesem wunderbar angewärmten, alten, zerfederten Stuhl, den ich doch so gerne los werden würde. Ach was sind Worte doch wunderbares, sind doch ohnehin viel besser als Szenen die man in der Kiste sieht. Wie lang ists her, dass ich das letzte Mal etwas geschrieben hab? Jaja, lang lang ists her. Und was man doch für Bekanntschaften macht, ob auf der Straße, in der Schule und (jawohl) auch am Arbeitsplatz lernt man anständige Leute kennen, bzw. man hofft dass die angeborene Menschenkenntnis, die von Haus aus grottenschlecht ist, sich diesmal nicht trüben lässt und der da wirklich ein ganz netter Kerl ist. Hmmm, oder vielleicht leb ich ja auch frei nach dem Motto: Der dich nicht kennt, bei dem hast du Chancen. Das mit den Chancen, jetzt bitte ja nicht falsch verstehen, denn es ist doch nicht so dass man dabei immer nur ans sexuelle denkt. Vielleicht irre ich mich ja auch und ihr dachtet gerade gar nicht daran und ich hab euch drauf gebracht? Wie auch immer, es sei wie es sein und nicht anders, man kann es ohnehin kaum ändern, und Veränderungen bringen IMMER einen bitteren Nachgeschmack mit. Wo wir gerade doch so schön beim Thema sind, die einleitenden Floskeln übersprungen wurden, kommen wir doch irgendwann, auch wenn wir es nicht wollen, ich will es, auf das Theme das besagt "Gewohnheiten umstellen". Entrüstung macht sich breit, aber ja doch, jeder hat sie. Man möge sie vertuschen, verschleiern, niemals darüber reden und es wird gar niemand darauf kommen. Wobei sie doch eigentlich nichts schlimmes sind, es gibt viel schlimmeres über das man sich eigentlich Gedanken machen müsste, aber wozu führt das im Moment denn schon, nicht nach so einer wahnsinnigen Blockade, nein das ist zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen, über Klimaschutz und über den dritten Weltkrieg, aber alles wird kommen, jawohl das schwöre ich und jeder wird sich einmal Gedanken darüber machen. Aber Gewohnheiten sind doch etwas schönes, vor allem weil man weiß dass es dadurch selten Veränderungen gibt, und das wiederum für die Menschen schön ist, die keine Veränderungen mögen, wie ich zum Beispiel. Habt ihr es heute in der Zeitung gelesen? Diesen Schrott, diesen Müll und diesen Abschaum den eigentlich niemand braucht, aber den wir trotzdem haben und wir sind auch noch stolz darauf, dass wir stinken als wären wir gerade aus eine Jauchegrube gestiegen. Ich kenne da auch jemanden, der stolz darauf, dass er stinkt, und der sich auch weigert etwas daran zu ändern und etwas für die Allgemeinheit zu tun, dieser Egoist. Aber wer tut schon etwas für die Allgemeinheit, wenn er dafür nichts bekommt! Wir Egoisten. Ich würde ihm etwas zurückgeben, für diesen Gefallen, damit die Fenster im Winter endlich einmal geschlossen bleiben können, nämlich ein Kübel Wasser und eine Seife. Damit wäre meine Schuld bezahlt und sein Aufwand wäre entschädigt. Jaja, so sind sie diese Gewohnheiten, jeder hat sie, aber das hatte ich ja bereits erwähnt, wie vergesslich ich doch heute bin, nein eigentlich bin ich nicht vergesslich, ich wiederhole nur gerne Sätze, die bedeutend sind, zumindest meiner Auffassung nach. Und ich meckere schon wieder, über alles und jeden und meckere auch über die Leute, die einmal still sind, und obwohl ich wollte, dass sie still sind, passt es mir jetzt doch wieder nicht. Ach, immer diese Gewohnheiten!

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