7. Oktober 2007

Empfindungen

Die Welt ist schwierig und nicht immer ist es so, dass wir sie uns schwer machen, wobei dies auch oft genug der Fall ist, was ich unter keinen Umständen abstreiten will. Gefühle, Verwirrungen, Ängste, bitterkaltes Warten auf Erhofftes, das ist dieses Art und Weise wie man es sich wünscht nicht mehr kommen wird. Ja bitterkaltes Warten ist es, was uns trennt, von denjenigen die versuchen uns Nahe zu sein, die versuchen uns nicht alleine zu lassen und die versuchen uns zu verstehen. Aber genau dieses bitterkalte Warten ist es, was uns kalt sein lässt, was uns nicht vergeben, vergessen aber vor allem nicht reden lässt. Es sperrt uns nicht ein, wir sperren uns selbst ein und beklagen uns darüber. Und wenn dieses bitterkalte Etwas mit Einsicht zu tun hat, wird es für uns und diejenigen, die sich um uns herum postiert haben und uns im Falle der Notwendigkeit oder viel mehr im Falle des Schreies die Hand halten. Sie lassen sich weg stoßen, aber wie oft, bevor sie es aufgeben, bevor sie uns aufgeben und wir wären selbst daran Schuld. Wie oft kann man sie weg stoßen, beschimpfen und bespucken, bevor sie sich wieder ihrem Leben zuwenden oder jemanden der ihre gutgemeinte Hilfe auch annimmt. Einsicht ist oft etwas tragisches, sie hat nicht immer gute Absichten und es ist für viele von uns heute noch ein Rätsel ob Einsicht etwas positives ist. Seis wie es sei. Die Einsicht bringt ihre Schwester die Veränderung mit. Und Veränderung ist die umstrittenste Tatsache. Ist sie nun gut, ist sie nun schlecht, sie bringt immer Ungewissheit, Bang und Angst mit. Anstatt uns einfach auf ein Gefühl, auf eine Tatsache zu konzentrieren, werden wir abgelenkt von ihren Begleitern, die versuchen jeden Plan, jeden positiven Gedanken wieder über den Haufen zu schmeißen. Wo wir schon bei Gedanken sind. Gedanken machen wir uns immer, über alles. Nur bevor wir sie nicht ausgesprochen haben, werten wir sie nicht als real, man kann locker-flockig darüber hinweg blicken ohne großartig mit der Wimper zu zucken. Aber wenn man erst diese Gedankengänge ausgesprochen hat, dann sind sie real und sie nicht nur bloß gedacht, wir können sie dann nicht einfach so zurücknehmen wie einen Versprecher, weil wenn wir Angst vor ihnen haben sind sie meist schwerwiegender als wir uns eingestehen. Wir denken uns, dass sie vieles anrichten, vieles auslöschen zerstören, ruinieren könnten. Dabei ist es nur diese Angst die uns kaputt macht, Tag für Tag. Und dann haben wir sie ausgesprochen und sind tieftraurig über die Konsequenzen, auch wenn diese bösen Veränderungen vielleicht einen guten Beigeschmack beisteuern mögen. Die Einsicht ist tieftraurig, zumindest erscheinen uns die meisten so. Die bitterste Erkenntnis ist die, wenn man darüber nachdenkt wie es früher war, und wie es jetzt ist. Damals als man Menschen hinter sich wusste, und heute sieht man zurück und sieht Scheiße, die man eigentlich hinter sich lassen wollte, aber weit und breit keine Menschen mehr, die einem den Rücken stärken würden, und dann müssen wir einsehen, dass wir sie selbst vertrieben haben, was das Spiel wieder ins Rollen bringt uns schlecht zu fühlen. Auch wenn man früher nicht mit heute vergleichen kann, weil man seine Problem von früher mit ins heute geschleppt hat, machen wir das allzu gerne, auch wenn es zu nichts führt. Wir müssen Dinge miteinander vergleichen, sie aneinander messen um das eine für Gut und das andere für Schlecht zu befinden, dabei lassen wir die umgebenden Faktoren immer brav weg, das war schon immer so und das wird auch immer so sein, komme was wolle. Wir ahnen oftmals gar nicht, was wir mit diesen ewigen Vergleichen kaputt machen, aber wir machen es, um nachher wenigstens einen ausgibigen Grund zu haben uns schlecht zu fühlen.

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