Es ist Samstag, 6 Uhr früh, also viel zu früh um aufzustehen, aber mir bleibt nichts anderes übrig. Zwei Stunden später warte ich bereits sehnsüchtig vor dem Haus, dass ich abgeholt werde, aber irgendjemand braucht wieder zu lange. Was in Leoben zur Folge hatte, dass wir den Zug verpassten. Also warteten wir eine Stunde am Bahnhof, aber wir hatten Bier und Fahrkarten. Die Zugfahrt war recht lustig, zumindest die ersten anderhalb Stunden. Danach war ich müde vom Bier und von Wiener Neustadt nach Wien Süd dauerte es einfach zu lange. Und ganz plötzlich waren wir dann da!
Wir trennten uns, da Stefan und ich erstmal die Herberge suchen mussten, die anderen fuhren schon zur Arena. Ich stellte meine Intelligenz unter Beweis, und fuhr statt einer Station, wie angegeben, zwei. Natürlich waren wir dann dort, wo wir nicht sein sollten und wir mussten wieder zurück gehen. Das Grüne Haus fanden wir auch relativ schnell, das Zimmer war billiger als angenommen und wir konnten unsere Sachen deponieren. Ein Zweierzimmer war es noch dazu auch noch, sehr gemütlich.
Der Weg zur Arena gestaltete sich als Belastungsprobe für unsere Nerven, da wir uns die meiste Zeit nur angeschrien haben. (Meistens hab ich geschrien) Wir sind dann in die nächste S-Bahn Richtung Wien Mitte und von dort war alles einfach. Ich kannte den Weg, es liefen uns genug Gestalten über den Weg, die rein optisch gesehen, den gleichen Weg einschlugen mussten. Und dann endlich waren wir da, ich war glücklich. Zumindest so lange, bis ich die Schlange sah, die wirklich ziemlich monströs war. Nach einer Viertel Stunde waren wir drin. Wir machten uns noch nicht auf die Suche nach den anderen, irgendwann würden wir uns sowieso über den Weg laufen. Kurz rein zu Frontkick, die nicht wirklich das waren, was sie sein wollten/sollten. Der Sänger sah von allen Sängern am komischten aus, vielleicht lag es auch nur daran, dass sein Stil eher auf Emo schließen ließ, als auf Streetpunk. Schnell Getränk holen und raus zu Texes Terri Bomb, die One Hit Wonder bereits sehr früh zum Besten gab. Für ihre 46 Jahre gab sie ordentlich Gas und war wohl auch die Erste an diesem Tag, die von der Bühne sprang und sich im Heu wälzte, trotzdem noch sang und mit den Leuten um sie herum ihre eigene kleine Party feierte. Die Bühnenarbeiter waren anscheinend von ihrer Aktion etwas weniger begeistert.
Ich kam leider nicht mir die Towerblock oder die Eastside Boys anzusehen, obwohl ich doch gern gewusst hätte, ob die was drauf haben. Direkt nach Texas Terri Bomb kamen Goldblade, für die ich mich weniger begeistern konnte. Zuviel gute Laune Musik für meinen Geschmack, obwohl der Sänger eine coole Show hatte. Die Bühne war im Grund vor der Bühne, aber dennoch hinter der Absperrung, die Stimmung in den vordersten Reihen war grandios. Die nächste Band war Discipline, zumindest dachten das alle. Es wunderte sich zwar jeder, dass seine Stimme anders klang und dass sie keine Discipline-Lieder spielten. Erst als die richtigen Discipline Typen auf der Bühne standen bemerkten alle, dass es eine kleine Änderung gegeben hatte. Vorhin spielten also Peter and The Test Tube Babies. So gut, alles wieder klar, Discipline legten los, ein Hit nach dem anderen, ich hatte ein Nahtoderlebnis, dass mich die ersten Reihen für die nächsten Stunden meiden ließ, also alles war super. Aus irgendeinem Grund, ich glaube, weil Julia und ich uns etwas umschauten, sah ich von Neville Staple nur die letzten paar Lieder. Der Tag war schon fast vorbei, die Bühne wurde Cock SParrer gerecht umgebaut und nun begann die richtige Party. Es waren viele Leute da, ich schätze 2000, alles war vollgestopft. Und dann kamen sie auf die Bühne, begannen mit Riot Squad und in so manchen Augen war die ein oder andere Träne zu erkennen. Sie spielten auch ein paar neue, Sussed war leider nicht dabei, eher die neuen Lieder, die ich nicht mochte und eben die alten Klassiker. Sie gingen von der Bühne, ließen die Menge schreien und kamen dann wieder, spielten irgendwas und danach Runnin' Riot, wobei wieder jeder durchdrehte. Nach ein paar weiteren Liedern gingen sie wieder, die Menge schrie wieder, stimmte nun endlich England Belongs To Me an, und sie kamen zurück, machten aus 3 Refrains 5, und verschwanden dann endgültig von der Bühne. Jedoch hatten sie ein tolles Gefühl im Publikum hinterlassen.
Wir sahen uns noch Deadline an, und fuhren dann gegen 12 Uhr zurück zur Herberge, meine Beine waren tot, nicht mehr und nicht weniger. Die Nacht war anstrengend und nur mäßig erholsam.
Der Sonntag begann mit einem vorgezogenen Mittagessen bei MacDonalds und der Frage "in welche Richtung"?! Kurz überlegten wir, ob wir dem Prater auch noch einen Besuch abstatten sollten, verlegten dieses Vorhaben aber in die Ferien. Wir kamen am Vienna City Marathon vorbei, sahen einige Teilnehmer in der U-Bahn durch Wien düsen, und kamen viel zu Früh in der Arena an. Eine halbe Stunde Schatten, um dann wieder von der Hitze erschlagen zu werden. Es war ein toller Tag! Exposed war die erste Band, die wir uns ansahen. Danach kamen Sonic Boom Six, die lustig waren, aber nicht meinen Geschmack trafen. Los Fastidios waren eine Qual, dann shoppen. Ich war überglücklich als ich mein 4Skins und Janitors T-Shirt in Händen hielt, dass ich mir mit schlechtem Englisch ergattert hatte. Endlich waren Argy Bargy an der Reihe, sie waren extrem gut. Viele gute Sachen, ich hab jedoch nie rausgefunden, ob es eine zweite CD gab, und wo sie erhältlich war, abgesehen davon hatte ich mein Geld ohnehin schon verbraten. MDC, deren Plakat mich an Discharge erinnerte, von denen ich gehofft hatte, dass sie gut wären, waren nur laut, aber mehr auch nicht. Nach ihnen sind wir zum Südbahnhof, kurze Essenspause, und rein in den Zug. Zweieinhalb unendlich lange Stunden später waren wir in Bruck, von wo wir mit dem Schienenersatz den Weg nach Leoben fanden, wo wir auf meinen Vater trafen, der uns drei recht flott nach Eisenerz brachte.
Ein tolles Wochenende!
29. April 2008
25. April 2008
Schönheit
Wie schön ein Abend sein kann, obwohl er doch auch so leer ist. Die Vögel zwitschern, es riecht nach Regen, keine Menschen in Sicht. Je weiter man geht, desto mehr spürt man die Schönheit, auch diese Stadt kann schön sein. Und ich erkenne, wie sehr ich es geliebt habe, an diesem Punkt zu stehen. Wie oft ich da oben stand und auf die Häuser unter mir blickte, wie erhaben ich mich gefühlt habe, wie unverwundbar. Genauso war es jetzt auch, vielleicht ist das das Stück Kindheit, das ich vermisst habe. Das Schöne zu sehen.
21. April 2008
Vorfreude und Urlaubserinnerungen
Die Vorfreude steigt ins Unermessliche, genauso groß ist jedoch auch die Angst vor dem, was man nicht planen kann. "Alles, was schief gehen kann, wird schiefgehen." Ja, diese Aussage traf voriges Jahr zu, als wir am Campingplatz, 20 Stunden entfernt von zu Hause bemerkten, dass wir kein Innenzelt hatten. Ich bin schon gespannt, ob die wichtigsten Dinge wenigstens geregelt sind. Ich weiß zwar immer noch nicht, ob wir jetzt im selben Zimmer schlafen, oder in zwei verschiedenen, ob mit der Reservierung auch alles hinhaut, oder ob ich mal wieder etwas verbockt habe. Wenn etwas so weit in der Zukunft liegt, kommt man nicht umhin alles genau durchplanen zu wollen. Vor allem nicht, wenn das in Fleisch und Blut übergegangen ist. An dieser Stelle: Danke Mama!!
Eine richtig spontane Reise wär ja mal eine Idee, wo man nicht einmal einen Tag Zeit hat über irgendetwas nachzudenken. Da geht man zum Kartenschalter, kauft sich eine Karte, schnappt sich den nächstbesten Freund, mit dem man ein paar Tage bzw. zwei Wochen verbringen kann, ohne komplett durchzudrehen und schon sitzt man im nächsten Zug. Egal wohin, Karte gilt ja für ganz Europa. Sowas wär ja mal was. Solange man genügend Geld am Konto hat, genügend Urlaub zur Verfügung steht bzw. die Ferialpraxis nicht gerade in diesem Zeitraum stattfindet, steht dem ja nichts im Wege, außer Mama weigert sich ja zu sagen. Nette Vorstellung, ist ja nicht einmal sehr weit hergeholt.
Ich erinnere mich noch daran, als ich meine Mutter gefragt habe, ob ich nicht 1 Monat lang quer durch Europa reisen dürfte. Am Anfang war das rein utopisch, ich dachte nie, dass sie ja sagen würde. Überraschenderweise sagte jedoch mein Vater ja, also hatte ich 22 Tage rausgeboxt. Ich wusste zwar nie, mit welchem Geld ich reisen sollte, aber das war noch immer ziemlich egal und im Endeffekt ist die Reise auch nicht zu Stande gekommen. Ich war dann eben mit zwei Freunden in Norddeutschland, was am Anfang auch sehr utopisch gewirtkt hat.
Eine richtig spontane Reise wär ja mal eine Idee, wo man nicht einmal einen Tag Zeit hat über irgendetwas nachzudenken. Da geht man zum Kartenschalter, kauft sich eine Karte, schnappt sich den nächstbesten Freund, mit dem man ein paar Tage bzw. zwei Wochen verbringen kann, ohne komplett durchzudrehen und schon sitzt man im nächsten Zug. Egal wohin, Karte gilt ja für ganz Europa. Sowas wär ja mal was. Solange man genügend Geld am Konto hat, genügend Urlaub zur Verfügung steht bzw. die Ferialpraxis nicht gerade in diesem Zeitraum stattfindet, steht dem ja nichts im Wege, außer Mama weigert sich ja zu sagen. Nette Vorstellung, ist ja nicht einmal sehr weit hergeholt.
Ich erinnere mich noch daran, als ich meine Mutter gefragt habe, ob ich nicht 1 Monat lang quer durch Europa reisen dürfte. Am Anfang war das rein utopisch, ich dachte nie, dass sie ja sagen würde. Überraschenderweise sagte jedoch mein Vater ja, also hatte ich 22 Tage rausgeboxt. Ich wusste zwar nie, mit welchem Geld ich reisen sollte, aber das war noch immer ziemlich egal und im Endeffekt ist die Reise auch nicht zu Stande gekommen. Ich war dann eben mit zwei Freunden in Norddeutschland, was am Anfang auch sehr utopisch gewirtkt hat.
19. April 2008
Reden
Mit manchen Menschen kann man nicht mehr reden. Man konnte es vorher nicht und man kann es auch dann nicht, wenn alles in Trümmern vor einem liegt. Ein Jahr später denkt man wieder daran, und dass so vieles anders sein könnte, wenn so vieles anders gekommen wäre. Aber es ist es nicht. Leider, Gott sei Dank, was auch immer.
Reden ist so wichtig, machmal kann man es auch nicht, wenn man mitten drin steckt. Manchmal bekommt man keine Luft, und es schnürt einem den Brustkorb zu, wenn man nur daran denkt etwas auszusprechen. Darum tut man es nicht. Man lebt still sein Leben weiter, so wie vorher, so wie danach, so wie immer eben. Dabei bereut man so viele Dinge, denkt immer wieder daran, nicht nur manchmal, denn das wäre gelogen. Aber es ist so, man kann nichts mehr ändern, alles ist fort, vielleicht ist es gut so. Heute haben sich viele Dinge zum Guten gewendet. Wenn es so bleibt, kann man glücklich werden, wenn man es nicht so ist.
Reden ist so wichtig, machmal kann man es auch nicht, wenn man mitten drin steckt. Manchmal bekommt man keine Luft, und es schnürt einem den Brustkorb zu, wenn man nur daran denkt etwas auszusprechen. Darum tut man es nicht. Man lebt still sein Leben weiter, so wie vorher, so wie danach, so wie immer eben. Dabei bereut man so viele Dinge, denkt immer wieder daran, nicht nur manchmal, denn das wäre gelogen. Aber es ist so, man kann nichts mehr ändern, alles ist fort, vielleicht ist es gut so. Heute haben sich viele Dinge zum Guten gewendet. Wenn es so bleibt, kann man glücklich werden, wenn man es nicht so ist.
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