Ich lag da und starrte, starrte an die Decke, an die Wand und versuchte ihn mit aller Kraft nicht anzusehen. Ihn, der mir Momente zuvor so wehgetan hatte. Also lag ich einfach nur da und versuchte mich von ihm zu lösen, von ihm, der über mir lag und mich festhielt als ich um mich schlug. Ich wollte nicht aufgeben, aber ich konnte doch nichts tun, also resignierte ich, gab auf. In mir war etwas zerbrochen, alles tat weh, jeder Faser meiner Körpers schrie um Hilfe und ich konnte doch nicht sprechen. Meine Lippen waren verschlossen, meine Augen versiegelt, ich konnte nicht weinen, und ich hätte es so sehr gewollt. Ich konnte nur da liegen und alles anstarren. Tausende Gedanken, tausende Fragen, aber ich wollte sie nicht stellen, dazu fühlte ich mich zu kraftlos. Ich fühlte mich abgeschottet, in mir selbst eingeschlossen. Dieser Schmerz hatte mich gefesselt, und er, der über mir lag, hatte ihn mir zugefügt. Ich war stumm, und auch er sagte kein Wort, er sah mich nur an und hielt mich weiter fest, niemand bewegte sich mehr. Es herrschte völlige Ruhe im Raum, aber tosende Wut und Verzweiflung in den Gestalten in ihm. Ich verspürte keinerlei Tatendrang, ich wollte mich nicht rühren, wollte nicht denken und vor allem wollte ich nicht mehr fühlen. Ich wollte diesen Schmerz nicht mehr spüren, und diese Sinnlosigkeit die mir wieder mir ganzer Kraft entgegenkam verdrängen. Ich wollte diesen Moment vergessen, nie wieder daran denken müssen, aber ich befand mich immer noch in ihm, in diesem Augenblick. Ich wollte schreien, aufspringen, mich losreißen. Ich wollte weg rennen und gefunden werden. Und ich wollte vor allem eines: aufwachen und diesen Schmerz nicht mehr spüren. Doch ich lag nur weiter da und starrte an die Wand, sprach kein Wort und bewegte mich nicht, und er lag über mir, er der in mein Leben eingedrungen war und es verändert hatte. Dann löste sich diese Starre und ich begann wieder zu atmen, langsam aber ich atmete wieder. Ich drehte mich um, sah ihn an, mit einem fragenden und zugleich traurigen Blick und sagte doch nichts. Diese Starre hatte sich also doch nicht gelöst, und ich lag noch immer da, starrte ihm in die Augen und versuchte ein Gefühl zu erkennen, aber ich kann keine Gefühle in Augen sehen, ich kann auch keine traurigen Augen von glücklichen unterscheiden. Also starrte ich ihn nur weiter an, niemand sprach ein Wort, er lag noch immer über mir, er der mir zuvor so weh getan hatte, sah mich noch immer an.
25.April 2007
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